Luxemburg und Bayern - eine tausendjährige Geschichte
Ein Millenium in Freundschaft miteinander verbunden zu sein, obwohl mehr als 600 Kilometer dazwischen liegen, das ist schon etwas Besonderes. Tausend Jahre Verbundenheit und Freundschaft konnten Luxemburg und Bayern schon feiern, zusammen mit dem hundertjährigen Bestehen der Feuerwehr von Moutfort, die wiederum seit vielen Jahren mit der Feuerwehr von Geimersheim in Bayern partnerschaftlich verbunden ist. Doch am Anfang der Geschichte stand eine Sage:
Als einst der junge Graf Siegfried auf seiner Jagd durch seine ausgedehnten Wälder am Rande der Ardennen streifte, verirrte er sich gegen Abend in einem tiefen, wildverwachsenen Tal. Es war das Tal der Alzette, die wild rauschend die schroffen Klippen des Bockfelsens umspülte. Oben auf dem Gipfel ragten dunkel und geheimnisvoll die Ruinen einer alten, zerfallenen Burg empor. Als sich nun Siegfried dem Gemäuer näherte, vernahm er plötzlich aus den Trümmern der Burg einen wunderbaren Gesang. Mit pochendem Herzen kämpfte er sich vor und erblickte auf einem Stein sitzend eine wunderschöne Maid mit langem goldblonden Haar und einer Stimme so klar wie die einer Nachtigall. Es war Melusina, die schöne Nixe der Alzette, die allabendlich hier oben mit ihren klaren, kristallenen Tönen den Mond besang. Betört näherte er sich der sagenhaft schönen Gestalt, in die er sich sofort verliebte. Auch Melusina war dem schmucken Ritter zugetan und sofort bereit sein Weib zu werden, zwei Versprechen allerdings musste er ihr vorher geben:
Ihre gemeinsame Bleibe sollte fortan der Bockfelsen sein und die Samstage wollte sie stets allein im Bade ihrer Kemenate verbringen. Immer noch betört von ihrer unendlichen Schönheit willigte Siegfried gleich ein und schon bald erhob sich auf dem Bockfelsen eine prächtige Burg, die mit ihren vergoldeten Türmen und Zinnen in der Abendsonne weit über die Wälder ins Land hinaus glänzte. Prunkvoll hatte er ihr die Gemächer eingerichtet und so verbrachten sie viele glückliche und zufriedene Jahre auf ihrer neuen, prächtigen Lützelburg.
Doch mit der Zeit nagte doch Neugierde an seinem Herzen: warum wohl um Himmelswillen zog sich Melusina jeden Samstag in ihre Kemenate zurück, warum wohl wollte sie ihn an diesem Tage niemals sehen? Zweifel ob ihrer Treue kamen in ihm auf, denn waren auch Jahre vergangen, kein Schatten hatte Melusinas Schönheit je getrübt.
An einem Samstag, es war kurz vor Ostern, schlich er sich heimlich zu ihrem Bade. Betörend klang ihre silberhelle Stimme an sein Ohr, durchdrungen von leisem Rauschen und sanftem Geplätscher. Bebend vor Neugierde spähte er durch einen Spalt in der Tür und was er erblickte ließ ihn das Blut in den Adern gefrieren: Singend, ihr langes blondes Haar kämmend saß die Angebetete in ihrem Bade und bewegte mit ihrem, in einem Fischschwanz endenden Körper sanft die Wellen des Wassers. Siegfried, dem erst jetzt gewahr wurde, das sein Weib eine Nixe war, stieß einen Schrei des Entsetzens aus. Im gleichen Moment versank Melusina mit lautem Wehklagen in den Tiefen des Bockfelsens. Bis heute ist sie nicht erlöst.

Siegfried beobachtet heimlich Melusina im Bade